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Jägersprache / Waidmannssprache
und Links auf Inhalte

A

Abwurfstange: das abgeworfene Geweih von Cerviden (Geweihträgern)
Anm.: Das Sammeln von Abwurfstangen in der Natur ist nicht erlaubt (Diebstahl)! [ -> Seite ]

Achter Geweih mit 8 Enden
Alttier Weibliches Stück, das gesetzt hat
Äsung  bezeichnet die Nahrung des Wildes, außer bei Schwarz- und Raubwild, insbesondere von Rehen sowie Dam- und Rothirsch. „Äsen“ ist der Vorgang der Nahrungsaufnahme.
Ansprechen Erkennen des Wildes durch den Jäger
Aufbrechen Eröffnen des Tierkörpers mit Entnahme aller Organe beim Schalenwild
Aufbruch Gescheide und Geräusch
Aufschärfen Aufschneiden
äugen sehen
Augsprosse 1. Geweihstange direkt über der Rose

B

Bast Haut, die das Geweih während des Wachstums überzieht und es mit Nährstoffen versorgt (reich an Blutgefäßen, Nerven, Duftdrüsen)
Ballenzeichen   Hirschgerechte Zeichen
Beschlag Paarung
Beschlagen Begatten
Blatt Schulter
Blattschuss: Schuss, der ins Schulterblatt eines Tieres trifft. Da er Herz, Lunge und/oder große Blutgefäße verletzt, soll! er meist zum sofortigen Verenden führen.
Anm. Im Gehege ist ein Blattschuss nicht erlaubt!
Blattzeit: Paarungszeit beim Rehwild. Der Begriff leitet sich ab von der zu dieser Zeit möglichen Lockjagd durch Pfeifen auf einem Buchenblatt oder Blatter
Brandader Schenkelvene
Brunftkugel Hoden des Schalenwilds
Brunftkuhle Der Hirsch liegt in einer von ihm geschaffenen Erdkuhle und wartet auf die Kuh  [-> Video ]
Brunftrute Penis

C

Cerviden: Bezeichnung für die Familie der Hirsche

D

Decke Haut des wiederkäuenden Schalenwildes
Drossel Trachea
Drosselknopf Kehlkopf

E

Eissprosse Bei älteren Hirschen auftretende Geweihstange zwischen Aug- und Mittelsprosse
Eissprossenzehner Rothirsch, Geweih mit 10 Enden (incl. Eissprosse).Beim Sikawild ist nach 8 Enden das Wachstum beendet!
Einstand eine Rückzugsregion oder eine Rückzugsfläche für Wildtiere, die diese zum Schutz oder als Ruheraum
(Anmerkung: Ich versuche, meine Moorfläche wird deshalb aus der Jagd zu nehmen!)
Erlegen Ein Stück Wild töten.

F

Fallen Eines natürlichen Todes sterben
(Man beachte: Fallen eines Soldaten! )
Fährte die auf dem Erdboden hinterlassenen „Fußabdrücke“ des Schalenwildes (vgl. „Spur“ und „Geläuf“)
Fegen Abscheuern der abgestorbenen Basthaut
Feist Fett
Feuchtblatt Äußere weibliche Geschlechtsorgane
Forkeln Kämpfen bzw. stoßen eines Geweih- oder Gehörnträgers mit dem Geweih. Ein Hirsch im Gehege sollte deshalb einen Nebenbuhler (Beihirsch) haben, damit er die Kühe nicht forkelt. (-> Bericht)

G

Gabler Geweih mit 2 Enden
Gefege die haarigen Fasern, die nach dem Fegen des Bastes entstehen.
Gehörn Das Geweih des Rehwildes wird als Gehörn bezeichnet
Geräusch Herz, Leber, Lunge, Nieren
Gesäuge Euter
Gescheide Magen – Darm – Kanal
Geweih Der „Kopfschmuck“ von männlichen Tieren, die zu den Cerviden gerechnet werden
Grandeln Die oberen Eckzähne bei Gattung Cervus (werden auch als Schmuck verarbeitet)
Grind Kopf
Großes Gescheide Vormägen und Magen

H

Haarraubwild Fuchs, Marderhund, Waschbär, Dachs, Marder u.a.
Halbschaufler Damhirsch vom 4. Kopf
Haupt Kopf
Hessen Sehnen an der Vorderseite des Vorderlaufs oder an der Hinterseite des Hinterlaufs, durch welche die Läufe erlegten Wildes verbunden (gehesst) werden
Himmelszeichen: Spuren des Hirschgeweihes, die beim Durchwechseln an Bäumen im Ast- und Blattwerk in Geweihhöhe entstehen, auch abgstreifter Schnee kann ein solches Zeichen sein

J

Jagdgewicht Nach dem Aufbrechen; inklusive Haupt, Läufe und Decke

K

Kalb Männliches oder weibliches Stück im 1. Lebensjahr
Kammer Brusthöhle
Kitz Männliches oder weibliches Rehwild im 1. Lebensjahr
Kleines Gescheide Darm (Dünn- und Dickdarm) mit Gekröse
Knieper Damhirsch vom 2. Kopf
Knopfbock, auch Knöpfler: geringer Rehbock mit kümmerlicher Geweihbildung, z. B. als Knöpfe oder kurze Spieße
Kolbenhirsch Hirsch im Bast
Kommentkampf (frz. comment „wie“, im Sinne von „wie man sich verhalten soll“) wird in der Verhaltensbiologie ein ritualisierter Kampf bezeichnet, bei dem die Verletzungsgefahr der Kontrahenten relativ gering ist.
[-> Video ]

Kragen Mähne, aus der der Hirschbart (= Hutschmuck) entnommen wird
Kränzen hinterlassene Hirschfährte im harten Boden durch die äußeren Schalenkanten, den Kranz
Kronenzwölfer Rothirsch, 12 Enden mit Krone
Kurzwildbret Hoden mit Hodensack

L

Lauf Bein
Laufkrank Verletzung der Beine durch Schuss oder Krankheit
Lauscher Ohren des Schalenwilds mit Ausnahme von Schwarzwild
Laute von Hirschen  [ -> Audio ]

röhren(Hr), orgeln (Jg. Brunftschreie des ?), melden (Lockruf das ? an das ? in der Brunft), trensen (Revierdrohung des ? nach ? Nebenbuhler in der Brunft), mahnen (Jg. Lockäußerung des ? in der Brunft); wetzen oder schleifen (Jg. das Aufeinanderschlagen des Gewaffs (Geweihs), das die Revierkämpfe begleitet); schrecken (allg. Warnruf bei Störung); knören (leise Äußerung en)

Lecker Zunge
Lichter Augen
Löffler Damhirsch vom 3. Kopf
Losung Kot

M

Mahnen kurzer nasaler Laut als Kontaktlaut beim Rotwild
Mittelsprosse 2. Geweihstange nach der Augsprosse
Mönch geweihloser Hirsch
Nachsuchen Aufspüren verletzten, noch lebenden Wildes durch den Jagdausübenden (mit Hund)

O

Orgeln das anhaltende Schreien des Rothirsches in der Brunft

P

Pinsel Penis
plätzen: mit den Vorderläufen das Laub wegschlagen
Plattkopf oder Mönch: Rothirsch ohne Trophäe
Platzhirsch „Herrscher“ über das Brunftrudel (Kahlwild)

R

Rangordnungskämpfe spielerische Auseinandersetzungen zweier Hirsche
Diese werden auch als Kommentskämpfe bezeichnet.
Rehbock Männliches Stück Rehwild
Reif oder Reifel: das Hinterlassen einer Hirschfährte, so dass beim Ineinandertreten von Vorder- und Hinterlauf ein kleiner Erdstreifen entsteht
Ricke Weibliches Stück Rehwild, das gesetzt hat
Rose Unterste Teil des Geweihs
Rosenstock Knochenzapfen am Stirnbein
Rudel Gruppe von mehreren Tieren einer Schalenwildart, außer Schwarzwild, und von Wölfen

S

Schale Klaue
Schalenwild Wild, das mit den Läufen auf Schalen geht
Schaufel Oberste Geweihstange beim Damwild
Schlachtgewicht Jagdgewicht exklusive Haupt, Läufe und Decke ,Schlund,Lunge, Herz, Leber, Milz, Nieren
Schmalreh Weibliches Stück Rehwild, nach Ablauf des 1. Lebensjahres bis zum Setzen
Schmaltier Weibliches Stück nach Ablauf des 1. Lebensjahres bis zum Setzen (d.h. vom 1. April des auf das Setzen folgenden Jahres bis zum Setzen)
Schürze Rehwild: Haarbüschel am Feuchtblatt
Schweiß (Farbe) Blut, das aus dem Wildkörper tritt
Sechser Geweih mit 6 Enden
Setzen Abkalben
Spinne Euter
Spiegel Weiße Fleck um After [-> Bild ]
Spießer Hirsch vom 1. Kopf
Strecke  Geschossenes Wild, in Reihen ausgelegt, am Ende der Jagd
Stück Tier von der jeweiligen Tierart
Sprengruf Der Kampfschrei eines Platzhirsches, um Nebenbuhler zu vertreiben

T

Tier weiblicher Hirsch, je nach Tierart heißt es vollständig Rottier oder Damtier
Träger Hals
Trophäe I.d.R. Geweih, Gehörn (Kopfschmuck) des Schalenwildes, Eckzähne des Oberkiefers (Grandeln, Haken) des Rotwildes, Eckzähne des männlichen Schwarzwildes (Keilerwaffen), Eckzähne des Fuchses, aber auch Bälge, Schwarten, Decken oder Teile davon

U

Überläufer Wildschwein im 2. Lebensjahr

Unschlitt Fett

V

Verenden Sterben bei tödlicher Verletzung (Schuss, Unfall)
Versorgen Aufbrechen bzw. -> Ausweiden, ggf. auch zusätzlich ->Zerwirken
Vierzehnender Geweih mit 14 Enden (nur Rothirsch)
Vollschaufler Damhirsch vom 5. Kopf

W

Waidloch After
Waidsack Pansen
Waidwund Verletzung des Gescheides durch Schuss
Wechselwild: Schalenwild, das nicht als Standwild in einem bestimmten Revier oder Gebiet vorhanden ist, sondern aus bestimmten Gründen, wie z. B. Brunft oder Äsungsangebot einwechselt und das Revier oder Gebiet bald wieder verlässt
Wedel Schwanz bei Cerviden
Wild vom x. Kopf Wild im x. Lebensjahr
Wildbret Fleisch des Wilds
Wildkammer Räume zum Sammeln und Versorgen des Haarwilds nach dem Erlegen
Anm.: Das Wildfleisch sollte unbedingt einige Tage bei < 7°C abgehängt werden!
Windfang Nase

Z

Zerwirken Gesamtvorgang des Enthäutens und des Zerlegens des Tierkörpers, z.T. nur das Zerlegen
Ziemer in der Jägersprache ein Rückenbraten vom zerlegten Rot-, Dam-, Reh- und Schwarzwild (auch Zimmer genannt)
Anm.: Nicht zu Verwechseln mit einem Ochsenziemer!
Hier hat der Ziemer eine völlig andere Bedeutung.

Anmerkungen (Anm.):
Die Bemerkungen beruhen nicht nur auf meine subjektive Wahrnehmungen, sondern sollen insbesondere meine häufig verwendeten Argumente inhaltlich noch einmal hervorheben.

 

 

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